Bill & Melinda Gates Foundation

Fünf Gründe zur Hoffnung in Hinblick auf AIDS, Polio und weitere Krankheiten im Jahr 2012

Joe Cerrell
28 Dezember, 2011

Wenn wir das Jahr 2011 Revue passieren lassen und eine Prognose für 2012 wagen, ist es schwer, nicht nur an die schlechten Nachrichten zu denken. 

Die Weltwirtschaft befindet sich immer noch in der Krise, und die Parteipolitik verhindert einen echten Fortschritt. Deshalb ist der Zeitpunkt im Moment sehr günstig, ein Spielverderber zu sein.

Aber während ich als Erster die Herausforderungen erkenne, die es bei der Bekämpfung von Problemen in der Entwicklungshilfe derzeit zu überwinden gilt, ist es auch wichtig, die unglaublichen Fortschritte im Jahr 2011 zu würdigen und die positiven Prognosen für die Zukunft zu betrachten.

Hier sind fünf Gründe dafür, das Jahr 2011 Revue passieren zu lassen und eine äußerst optimistische Prognose für 2012 zu wagen. 

Fortschritt.  Heutzutage erhalten mehr als 5 Millionen Menschen in den ärmsten Regionen der Welt eine AIDS-Behandlung.  Aus einem kürzlichen Bericht der Weltgesundheitsorganisation geht hervor, dass im Vergleich zum Jahr 2000 weltweit 25 % weniger Menschen an Malaria sterben, in Afrika sank die Rate sogar um 33 %.  Die Kindersterblichkeitsrate ist seit 1960 kontinuierlich gesunken.  Wir können auf diversen Gebieten einen stetigen Fortschritt verzeichnen.

Fortschritte bei Technologien machen es möglich, auf Herausforderungen im Bereich Gesundheit und Entwicklung zu reagieren, die bis dato lediglich als Lebensstil von Millionen Menschen in armen Ländern angesehen wurden. Nehmen Sie als Beispiel neue Impfstoffe.  Allein in diesem Jahr wurden neue Impfstoffe gegen die schlimmsten Ursachen für Kindersterblichkeit in diversen Ländern Afrikas und Südamerikas auf den Markt gebracht – Diarrhoe und Pneumokokken.  Möglich war die Förderung dieser modernen Wunder dank des beherzten Einsatzes der britischen Regierung, der es gelang, andere Regierungen, die ebenfalls Entwicklungshilfe leisten, nach monatelangen Diskussionen davon zu überzeugen, GAVI für mehrere Jahre finanzielle Hilfen zuzusagen. Somit können in den kommenden fünf Jahren weitere 5 Millionen Menschenleben gerettet werden.

Ein weiterer Grund für meinen Optimismus ist das Auftauchen neuer Länder, die sich an der Entwicklungshilfe beteiligen. Ich beziehe mich auf die Länder, die unser Denken in Bezug auf Entwicklungshilfe in Zukunft verändern werden, wie z. B. China, Brasilien, Indien und Korea.  Da sich viele dieser Länder selbst von einem Empfänger von Entwicklungshilfe zu einem Geber entwickelt haben, können sie zusätzlich zur finanziellen Hilfe einzigartige Ansätze und Einblicke einbringen.  Und den ersten Beweis dafür gibt es bereits: Brasilien arbeitet mit Japan zusammen, um armen Bauern in Mosambik beim Anbau von Sojabohnen zu helfen.  China betreibt das wohl umfassendste Forschungsprogramm zu Reis weltweit und hat vor Kurzem gemeinsam mit diversen Forschungszentren aus aller Welt das Projekt „Green Super Rice“ gestartet, um gemeinsam mit 15 armen Ländern in Afrika und Südasien neue, angepasste Reissorten zu entwickeln.

Der private Sektor. Der steigende Einfluss dieses wichtigen Akteurs ist mein vierter Grund für ein gutes neues Jahr.  Für mich macht der Aufschwung bei den Aktivitäten des privaten Sektors in Afrika ganz klar deutlich, dass Afrika bereit ist für die Geschäftswelt.  Die Statistiken sind der Beweis: 6 der besten 10 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften befinden sich in Afrika, und die Kaufkraft des Kontinents beträgt derzeit mehr als 1,3 Trillionen USD jährlich.  In Kombination mit sinnvoll eingesetzter Hilfe können geschäftliche Investitionen enorm zum Wachstum und zur Entwicklung beitragen.  Sogar The Economist hat seinen Standpunkt geändert: Während das Blatt noch vor 10 Jahren schrieb, dass Afrika hoffnungslos sei, ist nun von einem hoffnungsvollen Kontinent die Rede.  Afrika ist ganz klar bereit für die Geschäftswelt. 

Und mein letzter Grund für Optimismus (auch wenn ich dabei vielleicht etwas schummle, denn bei diesem Punkt haben wir unser Ziel noch nicht erreicht) ist Polio.  Seit Januar gab es in Indien keine neuen Fälle von Polio.  Durch einen kontinuierlichen Einsatz könnte es Indien schaffen, bereits im Jahr 2012 keine Polio-Erkrankungen mehr zu verzeichnen. Dies würde bedeuten, dass die Zahl der endemischen Länder weltweit auf drei sänke.

Wenn wir unser Augenmerk auf den Kampf gegen Krankheiten und globale Armut richten, müssen wir langfristig denken und über einen finanziellen Abschwung hinweg blicken. 

Anstatt uns von negativen Schlagzeilen erschlagen zu lassen, sollten wir uns auf die beeindrucken Fortschritte konzentrieren, die jeden Tag gemacht werden, um Millionen Menschen aus der Armut zu befreien, Krankheiten weltweit zu bekämpfen und die Welt zu einem ausgeglicheneren und wohlhabenderen Ort zu machen.

Frohes Neues Jahr!

 
blog comments powered by Disqus