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Neue UN-Zahlen zur Müttersterblichkeit belegen: Familienplanung rettet Leben

Renate Bähr
18 Mai, 2012

Die jüngst veröffentlichten Zahlen zur Müttersterblichkeit zeigen einen erfreulichen Trend: Die Zahl der Frauen, die infolge von Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt starben, hat sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit fast halbiert – von jährlich 543.000 Frauen (1990) auf 287.000 Frauen (2010). 99 Prozent dieser Todesfälle ereignen sich in Entwicklungsländern.

Die meisten Länder haben die Müttersterblichkeit deutlich gesenkt, weil sie in freiwillige Familienplanung, in die Ausbildung von Hebammen und anderem Gesundheitspersonal sowie in die Notfall-Geburtshilfe investiert haben. Beispielsweise ist in Ostasien, das die größten Fortschritte gemacht hat, die Verwendung von Verhütungsmitteln mit 84 Prozent inzwischen besonders hoch. Die neuen Zahlen beweisen: Familienplanung rettet Leben. So können Frauen, die Zugang zu Familienplanung haben, die Abstände zwischen ihren Geburten strecken. Das kommt sowohl der Gesundheit der Mütter als auch ihrer Kinder zugute.

Hohe Müttersterblichkeit in Afrika südlich der Sahara

Noch immer können 215 Millionen Frauen in Entwicklungsländern nicht verhüten, obwohl sie dies gern möchten. Afrika südlich der Sahara ist die Region, in der sowohl der ungedeckte Bedarf an Familienplanung als auch die Müttersterblichkeit weltweit am höchsten ist: 85 Prozent aller Fälle von Müttersterblichkeit gehen auf diese Region zurück. Hier ist das Risiko einer Frau, im Laufe ihres Lebens bei der Geburt zu sterben, 1 zu 39. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt das Risiko 1 zu 10.600. In vielen Ländern Afrikas südlich der Sahara ist das Millennium-Entwicklungsziel, die Müttersterblichkeit bis zum Jahr 2015 um drei Viertel zu senken, kaum noch erreichbar, wenn nicht massiv in Familienplanung und in die Gesundheit von Müttern investiert wird.

Ich hoffe daher, dass die neuen Zahlen ein Signal an die internationale Geberkonferenz zu Familienplanung im Juli sind und die Entwicklungsgelder für Familienplanung deutlich erhöht werden. Die Bundesregierung hat hier schon Wichtiges geleistet, indem sie die Mittel für Familienplanung und Müttergesundheit für die Jahre 2011 bis 2015 auf jährlich 80 Millionen Euro verdoppelt hat.

 
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