Bill & Melinda Gates Foundation

Familienplanung ist Schlüssel für Entwicklung

Renate Bähr
13 November, 2012

Mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern können nicht verhüten. Das ist jede vierte Frau, die eine Schwangerschaft vermeiden möchte. Wenn alle Menschen Zugang zu Familienplanung hätten, würde die Zahl der jährlich 80 Millionen ungewollten Schwangerschaften um zwei Drittel sinken. Damit würde sich das Bevölkerungswachstum verlangsamen, jährlich könnte das Leben von mehr als 80.000 Schwangeren gerettet werden, und die Entwicklungschancen armer Länder würden deutlich verbessert. Das geht aus dem heute veröffentlichten UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2012 „Das Recht auf Entscheidung – Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung“ hervor.

Familienplanung ist ein Menschenrecht und zugleich eine der wirksamsten und kosteneffektivsten Maßnahmen zur Armutslinderung. Denn wenn Frauen das Recht haben, über die Zahl ihrer Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt zu bestimmen, sind sie gesünder und besser gebildet, sie können eher am Erwerbsleben teilnehmen, und sie sind wirtschaftlich produktiver. Auch den Kindern geht es besser: Wenn Eltern Familienplanung anwenden können, ist die Gesundheit ihrer Kinder stabiler, sie kommen in der Schule besser zurecht und verdienen später mehr.

Kosten der Familienplanung

Allen Frauen, die verhüten möchten, die Möglichkeit dazu zu geben, würde 8,1 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten – für Verhütungsmittel, Personal und Gesundheitssysteme. Das sind 4,1 Milliarden US-Dollar mehr  als heute investiert werden. Diese zusätzlichen 4,1 Milliarden US-Dollar für Familienplanung würden etwa 5,7 Milliarden US-Dollar für die Versorgung von Neugeborenen und Müttern einsparen. Die internationale Gemeinschaft hat sich verpflichtet, bis 2015 allen Menschen Zugang zu Aufklärung und Verhütung zu ermöglichen. Es ist höchste Zeit, dieses Versprechen endlich einzulösen.

 

 

 
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