Bill & Melinda Gates Foundation

Deutsche wollen mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit

Renate Bähr
28 August, 2013

Die Deutschen wollen ein stärkeres entwicklungspolitisches Engagement Deutschlands, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Stiftung Weltbevölkerung jetzt gezeigt hat: Vier von fünf Bundesbürgern sprechen sich dafür aus, dass Deutschland seine internationale Zusage einhält, bis zum Jahr 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Von diesem Wert ist Deutschland mit zuletzt 0,38 Prozent weit entfernt. 40 Prozent der Befragten zufolge sollte der Anteil Deutschlands sogar höher als 0,7 Prozent sein.

Aber auch bei anderen Fragen zeigen die Deutschen, dass ihnen das Thema Entwicklungszusammenarbeit am Herzen liegt. So finden es 81 Prozent der Befragten wichtig, dass sich Deutschland für die Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländern engagiert. Für jeden Dritten (34 Prozent) ist das sogar sehr wichtig.

 

Deutsche sind zu eigenem Engagement bereit

Die Deutschen wollen nicht nur ein stärkeres Engagement der Bundesregierung. Sie sind grundsätzlich bereit, auch selbst etwas zur Armutsbekämpfung beizutragen: Jeder zweite würde eine Unterschriftenaktion unterstützen (49 Prozent) oder die etwas teureren, fair gehandelten Produkte wie Kaffee oder Schokolade kaufen (48 Prozent).

Das Umfrageergebnis ist ein klarer Auftrag an die neue Bundesregierung: Deutschland muss endlich seine internationale Zusage umsetzen, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Andere Länder machen längst vor, dass das Ziel umsetzbar ist. Wenn sich die Bundesregierung von diesem Ziel verabschiedet, wie es jüngste Äußerungen von Entwicklungsminister Dirk Niebel vermuten lassen, ist das ein Schlag ins Gesicht der Bundesbürger und der Menschen in Entwicklungsländern.

Weitere Informationen:

Webseite der Stiftung Weltbevölkerung: www.weltbevoelkerung.de

 
blog comments powered by Disqus